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Umweltbildung

Lernen und Abenteuer in der Natur

Stormarn, Dezember 2018

Seit Beginn des Schuljahres 2018/19 setzt die Oldesloer Stadtschule das Konzept „DraußenSchule“ um. Bisher sind die Erfahrungen so gut, dass es fest in den Lernplan der Schule integriert werden soll.

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„Ich hab ein Ei gefunden. Ist das noch essbar?“, „Schau mal, hier ist ein Mauseloch!“: Ganz begeistert entdecken die Kinder der Oldesloer Stadtschule die Natur. Das neue Konzept „DraußenSchule“ kommt an und soll fest in den Lernplan integriert werden.

Einmal in der Woche gehen im ersten Jahrgang alle Klassen, in den Stufen 2, 3 und 4 jeweils eine für einen Vormittag hinaus in die Natur, um außerhalb des Klassenzimmers Unterricht zu erleben. Jahrgang 1 erkundet dabei den Kurpark, Klasse 2 den Bauernhof Wilken und den angrenzenden Kneeden. Die dritte Klasse ist auf dem Bauspielplatz Erle zu Gast und Klasse 4 steht eine Parzelle des Bootsvereins Trave zur Verfügung, die mitten im Brenner Moor liegt.

„Wir sollen die Schüler aufs Leben vorbereiten. Aber das ist doch nicht nur Unterricht im Klassenraum“, betont Sabine Prinz. Daher haben die Leiterin der Stadtschule und Lehrkraft Helen Fehrer das aus Skandinavien stammende Konzept für Bad Oldesloe und seine Naturgegebenheiten umgearbeitet. Anschließend wurden Kooperationspartner gesucht, die mit dem Bauernhof Wilken, der Erle und dem Bootsverein schnell gefunden waren. „Weil heutzutage die Kinder häufig am PC oder am Handy hängen und sich viel zu wenig draußen bewegen, zudem ihre Umgebung in der Stadt, in der sie leben, kaum kennen, und ein gesundes Umweltbewusstsein entwickeln sollen, haben wir die DraußenSchule in unseren Schulalltag mit eingebunden“, erklärt Sabine Prinz. Seit August diesen Jahres wird das Konzept an der Stadtschule praktisch umgesetzt.

Auf ins Brenner Moor

Sabine Prinz begleitet dabei selbst jede Woche die 4 c. „Am Anfang waren wir nur im Brenner Moor spazieren, da gab es schon mal ,Ich kann nicht mehr’-Seufzer, doch dann wurden Frösche und Schnecken entdeckt und die Kinder erkannten, wie die Blumen im Verlauf der Jahreszeiten ihre Farben wechseln“, erzählt sie.

Auf der Parzelle des Bootsvereins Obertrave machte die Klasse zudem Wikingerspiele. Am Nikolaustag haben die 20 Viertklässler gemeinsam mit der Tohus-Stiftung Alsterdorf mit dem Bauen und Bepflanzen von vier Hochbeeten ein neues Projekt begonnen. Während die eine Gruppe noch baute, karrten einige Kinder bereits Hölzer heran, die dann in den Hochbeeten mit den Füßen zerkleinert wurden. Laub, Heu und Erde machten das Hochbeet dann bereit für die Pflanzung von Erdbeeren, Sonnenblumen und diversen anderen Blumen.

Anlaufstelle Bauernhof und Kneeden

Die Klasse 2 a dagegen besucht regelmäßig den Bauernhof Wilken und den angrenzenden Kneeden. Gleich beim ersten Besuch fand Leo ein Hühnerei. Bäuerin Sabine Wilken holte sofort eine Schüssel mit warmem Wasser und zeigte den 23 Schülern, woran man erkennt, ob das Ei noch genießbar ist. Die Bäuerin, die mit Mann Thomas auf ihrem Hof unter anderem Hühner, Schweine, Schafe und Esel hält, war von dem Konzept sofort begeistert und stellte sich als Kooperationspartner zur Verfügung: „Leider wissen viele Kinder gar nicht mehr, was wo wächst und zu welcher Jahreszeit. Das muss wieder geschult werden“, sagt sie.

Nach vielen Erlebnissen direkt auf dem Bauernhof treffen sich die acht Mädchen und 15 Jungen der 2 a mit den Lehrkräften zwar noch dort, dann geht es oftmals aber gleich weiter in den Kneeden, wo die Sieben- bis Achtjährigen herrlich durch den Wald laufen, in den Matsch hüpfen oder über das Geäst springen können. „Dabei finden sich auf natürlichem Wege Gruppen, die sich in der Enge des Klassenraums nie zusammengefunden hätten“, berichtet Klassenlehrerin Hella Wrohn.

Natürlich wird aber nicht nur gespielt: „Die Kinder bekommen Aufgaben zur Natur, derzeit zum Thema Baum“, erklärt die Pädagogin und hat auch hier schon erkannt: „Die Schüler haben inzwischen einen ganz anderen Blick für die Natur entwickelt, sehen viel mehr als noch am Anfang.“ Wenn es dann gegen Mittag zurückgeht, sind alle zwar richtig dreckig, aber glücklich.


Unterstützung und Förderung


Das Projekt „DraußenSchule“ an der Stadtschule in Bad Oldesloe wird durch die Buhck-Stiftung in Hamburg und die Gladigau-Stiftung in Bad Oldesloe gefördert. Kooperationspartner sind der Bootsverein Obertrave, der Bau- und Erlebnisspielplatz Erle und der Hof Wilken.

Die Hochbeete sind eine Gemeinschaftsaktion der Stadtschule, der Fielmann AG (Pflanzenspende), des Lion Clubs (Spende), der Holzwerkstatt von Tohus/Stiftung Alsterdorf (Bau der Hochbeete) und des Bootsvereins Obertrave (Platzstellung). „Ich finde es toll, dass sich durch dieses Projekt so viele Einrichtungen vernetzen“, sagt Schulleiterin Sabine Prinz strahlend.

Wer das Projekt unterstützen möchte, bekommt weitere Auskünfte unter Telefon 045 31/50 46 90.

 

 

 

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  • Kontakt / Projektleitung

    LN-Online - Sandra Freundt

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