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Integration

SHiP Ahoi – Alle an einem Boot

Bergedorf, April 2018

Seit Mai 2016 restaurieren in Hamburg-Bergedorf Geflüchtete und Einheimische gemeinsam mit einem Bootsbaumeister einen historischen Jugendwanderkutter – die Wammsch.

Projekt SHiP Ahoi – Alle an einem Boot

Seit Mai 2016 restaurieren in Hamburg-Bergedorf Geflüchtete und Einheimische gemeinsam mit einem Bootsbaumeister einen historischen Jugendwanderkutter – die Wammsch. Das ca. 60 Jahre alte, zehn Meter lange Holzboot war zuvor über viele Jahre als Schulboot und in der Jugendarbeit im Einsatz und soll auch nach Projektende wieder der gemeinnützigen Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden.

Im Projekt arbeitet ein fester Stamm Ehrenamtlicher, die größtenteils in pädagogischen Berufen tätig waren gemeinsam mit Geflüchteten unterschiedlicher Herkunft.

Zu Projektbeginn kamen viele Teilnehmende aus den benachbarten Unterkünften, die über den Kooperationspartner Bergedorfer für Völkerverständigung e.V. angesprochen wurden, um tage- oder wochenweise auf der Baustelle mitzuarbeiten. Seit Oktober 2016 besteht eine Kooperation mit der Staatlichen Schule für Baugewerbe G19, über die junge Geflüchtete berufsvorbereitende Praktika auf der Boostbaustelle absolvieren können. Auch über die Kooperation mit der Stadtteilschule Bergedorf, in deren Schulhof die Werft liegt, arbeiten regelmäßig Jugendliche aus Vorbereitungsklassen oder mit Integrationsstatus an der Restaurierung des Bootes mit. Weiterhin stoßen immer wieder Geflüchtete ohne institutionelle Anbindung zum Projekt und sammeln erste Arbeitserfahrungen – oder bringen langjähriges Know How mit, wie aktuell der 66jähriger Haik Aramyan, der in seiner Heimat Armenien als  Ingenieur tätig war und nun seit vier Monaten am Boot mitarbeitet. Bisher haben über 40 Geflüchtete aus sechs verschiedenen Herkunftsländern am Projekt teilgenommen.

Die Anleitung der Geflüchteten erfolgt in erster Linie durch den Bootsbaumeister, der die Aufgaben soweit plant und vorbereitet, dass sie auch Laien durchführen können. Gemeinsam mit den Ehrenamtlichen werden die Tätigkeiten dann selbstständig ausgeführt. Deutsch als gemeinsame Arbeitssprache wird durch den konkreten Bezug zur Tätigkeit vermittelt. Dabei ist die Arbeit ein verbindendes Element, das Partizipation auf Augenhöhe ermöglicht. Die Teilnehmenden identifizieren sich erfahrungsgemäß stark mit dem Projekt und fühlen sich meist ausgesprochen wohl und „gut aufgehoben“.

Zu Projektbeginn haben die Teilnehmenden parallel zum Bau und der Einrichtung der „Werft“ einen alten Bauwagen restauriert, der heute als Aufenthaltsraum, Büro und warme Stube fungiert, in der gemeinsam Kaffee getrunken und zusammengesessen werden kann. Mittags gehen alle Mitarbeiter gemeinsam in der Schule essen. Durch den Projektstatus und die enge Zusammenarbeit verschiedener Altersgruppen und Kulturen entsteht ein ganz besonderer, geschützter Raum, in dem Probleme vorübergehend in den Hintergrund treten können, zugleich werden die jungen Geflüchteten im Projekt auf den Berufsalltag in Deutschland vorbereitet und lernen neben handwerklichen Fähigkeiten und Handwerksbegriffen den Umgang mit Anforderungen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.
Sie erhalten Zeugnisse über ihre Tätigkeit und können erste Erfahrungen im Bereich Holzhandwerk sammeln oder bereits bestehende Fähigkeiten einbringen und erweitern.

Ohne die tatkräftige Mitarbeit der Ehrenamtlichen und Geflüchteten und Unterstützung durch Sach- und Geldspenden wäre dieses Projekt nicht durchführbar. Daher freuen wir uns besonders über eine erneute Förderung durch die Buhck-Stiftung in einer Höhe von 5000 Euro in diesem Jahr, mit der wir Material und Werkzeug sowie Mittagessen für die Geflüchteten finanzieren können.
 
Das Projektende ist mit Wiederherstellung des Kutters für Mitte 2019 geplant. Bis dahin freuen wir uns über die gemeinsame Arbeit von Jung und Alt, Geflüchteten und Einheimischen zur schrittweisen Wiederherstellung der Wammsch.

Wer die Baustelle besuchen möchte findet uns außerhalb der Hamburger Schulferien montags und dienstags im Schulhof der Stadtteilschule Bergedorf, Ladenbeker Weg 13.

Am 27. März hat das Hamburg Journal die Baustelle besucht und einige Impressionen – inklusive des „Hamburg Wetters“ – aufgenommen, die am Ende der Sendung zu sehen waren und einen schönen Eindruck unserer Arbeit vermitteln.   (Beitrag startet bei 0:27:28)

http://www.ardmediathek.de/tv/Hamburg-Journal/Hamburg-Journal/NDR-Fernsehen/Video?bcastId=25231214&documentId=51176658

 

Kontaktadresse für Interessierte und Rückfragen:

SHiP - Stiftung Haus im Park
Gräpelweg 8, 21029 Hamburg
Tel.: 040 72 57 02-80
info@stiftung-hausimpark.de
 

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